Termine

Samstag, 20. August, 20.00 Uhr, Zehntspeicher Quarnstedt:

Gespräch mit Prof. Dr. Rudolf zur Lippe: “Wir müssen lernen, auf neue Weise zu denken”

Die Regionalentwicklerin diskutiert mit dem Philosophen und Soziologen Prof. Dr. Rudolf zur Lippe über die Gründe für verfehlte wissenschaftliche Betätigungen sowie Perspektiven der Veränderung… mehr!

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Freitag, 26. August, 20.00 Uhr, Zehntspeicher Quarnstedt:

Film: “STALKER” von Andrej Tarkowskij

Unter der Führung des “Stalkers”, eines Pfadfinders und Ortskundigen, der am Rande der Welt in einer vom Verfall gezeichneten Industrielandschaft lebt, begeben sich ein Wissenschaftler und ein Schriftsteller in die mysteriöse “Zone”, wo es angeblich einen Ort geben soll, an dem die geheimsten Wünsche in Erfüllung gehen. Die Expedition wird zur Reise in die Innenwelt der Protagonisten und zum Panorama einer gottverlassenen europäischen Zivilisation.

Ähnlich wie in “Solaris” benutzt Tarkowskij eine Science-Fiction-Vorlage als Hintergrund für mystisch-philosophische Reflexionen und überwältigende Bildvisionen, mit denen er die Grenzen des herkömmlichen Erzählkinos poetisch überschreitet. Die eigenwillige Ästhetik seiner Filmsprache, die sich jedem oberflächlichen Realismus verweigerte, nötigte Tarkowskij 1982 zur Emigration aus der Sowjetunion. Er starb am 29.12.1986 in Paris. Sein letzter Film war “Das Opfer”.

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Samstag, 3. September, 18.00 Uhr (Achtung neue Anfangszeit!), Zehntspeicher Quarnstedt:

Finissage der Ausstellung “die Straße der Enthusiasten” mit dem Film “Chernobyl4ever” des belgischen Regisseurs Alain de Halleux, anschließend Gespräch mit dem Regisseur.

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Frühere Termine:

JULI

9. Juli, 20.00 Uhr

Zehntspeicher Quarnstedt/Gartow:

Konzert NINA MATVIENKO

Nicht nur Häuser und Menschen sind aus der Zone um Tschernobyl verschwunden, sondern auch die musikalischen Schätze … Die ukrainische Sopranistin Nina Matvienko hat seit den 90er Jahren über 250 der teils uralten traditionellen Lieder der Region in ihr Repertoire aufgenommen …. mehr!

2. Juli, 20.00 Uhr
Zehntspeicher Quarnstedt/Gartow:

Lesung Verena Reichhardt: T.C. Boyles Kurzgeschichte “In der Zone”


JUNI

25. Juni, 20.00 Uhr
Zehntspeicher Gartow

Der Stern Absinth. Notizen zu einem verbitterten Jubiläum“
Juri Andruchowytsch liest

Die Ehemaligkeit ist das erste und wichtigste Kennzeichen von Prypjat’. Sie zwingt dazu, das Gedächtnis einzuschalten, und zwar voll und ganz. Das Gedächtnis muss für alles andere arbeiten, denn alles andere gibt es in Prypjat’ nicht mehr….“

Diese bittere Erkenntnis formuliert Jurij Andruchowytsch, ukrainischer Schriftsteller in seinem Essay „Der Stern Absinth. Notizen zu einem verbitterten Jubiläum“, der nach einer Reise in das verseuchte und verlassene Pripjat entstand.

In drei Sätzen beschreibt Andruchowytsch das ganze Drama der einstigen sowjetischen Vorzeigestadt, die nur 16 Jahre existierte. Mit der ihm eigenen Sprache, die von Literaturkritikern immer wieder in die Nähe des „poetischen magischen Realismus“ eines Gabriel Garcia Marquez gerückt wurde, schafft es Andruchowytsch auch einer unsichtbaren Katastrophe wie der GAU in Tschernobyl es war, poetische Worte zu verleihen.

1985 wurde Juri Andruchowytsch mit seiner Performance-Gruppe „BubaBu“ in der Ukraine über Nacht zu einem „Popstar der Lyrik“. Noch heute bleibt der bekannteste ukrainische Schriftsteller den Prinzipien dieser Zeit treu: mit Ironie, wilder Überzeichnung und Groteske, zielgenau eingesetzt, beschäftigt er sich auf vielfältige Weise mit den Absonderlichkeiten seiner Heimat …

Andruchowytsch wurde mit dem Sonderpreis des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises 2005 der Stadt Osnabrück ausgezeichnet. Der Schriftsteller vermittle mit seinen brillanten Essays einen wichtigen Beitrag zur Entdeckung einer nahezu unbekannten Region im erweiterten Europa, hieß es in der Begründung. Im Jahre 2006 wurde Juri Andruchowytsch der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Völkerverständigung verliehen.

 

18. Juni, 20.00 Uhr
Zehntspeicher Gartow

Podiumsdiskussion/Gespräch “Welche Folgen hat Kulturverlust auf eine Region und ihre Menschen”
Moderation: Dr. Sybille Plogstedt

Vor allem der Kultur-/Heimatverlust durch die Folgen technogener Aktivitäten steht im Mittelpunkt der Diskussion.

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4. Juni, 18.00 Uhr
Zehntspeicher Gartow

Ausstellungseröffnung “Ethnographische Spurensuche”

Im Mittelpunkt der 2. Ausstellung des WWK “Ethnographische Spurensuche” stehen beispielhaft ausgewählte Exponate aus den Expeditionen des Lemberger Ethnographischen Museums. Darüber hinaus sind die Besucher eingeladen, sich anhand umfassender Materialien Fotos, Texte, Filme – an der Spurensuche in der Tschornobylske Polissja zu beteiligen.

Zur Ausstellungseröffnung am 4. Juni sind auch Leiter und Mitarbeiter des Ethnographischen Museums in Lemberg anwesend.

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27.Mai, 20.00 Uhr
Zehntspeicher Gartow

NEU: Making of  “Tschernobyl 25 – expedition(en)”
Reiseberichte aus der “Zone” mit Dr. Jochen Herbst und Gerhard Ziegler / N.N.

Der Filmemacher Gerhard Ziegler reiste im Laufe der Jahre mehrfach nach Pripjat, Tschernobyl und in die gesperrte Zone, dokumentierte die Veränderungen in der verlassenen Region mit der Kamera, unterhielt sich mit den “Stalkern”, die die Kulturgüter der Zone vor dem Untergang retten wollen. Dr. Jochen Herbst bereitet derzeit die Ausstellung “Ethnographische Spurensuche” vor, die ab 04. Juni im Zehntspeicher gezeigt wird und besuchte für die Vorrecherchen ebenfalls mehrfach die “Zone” sowie das Ethnographische Museum in Lemberg.

(Hinweis: die ursprünglich für diesen Termin geplante Veranstaltung mit dem ehemaligen Feuerwehrchef Dr. Maximiliam Puchner muss leider entfallen, da der Referent verhindert ist)

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13. Mai, 20.00 Uhr
offenes Forum, evangelische Kirche Gartow

Film: CHERNOBYL4ever (Alain de Halleux)
(Original mit englischen Untertiteln)

In seinem Dokumentarfilm beschäftigt sich der belgische Regisseur Alain de Halleux mit den Folgen des GAUs von Tschernobyl für die heutige ukrainische Gesellschaft

8.Mai, 10.30 Uhr,
Kino Alte Brennerei Lüchow, Sonntagsmatinee:
Tschernobyl Expedition (AT)“, Dokumentarfilm von Gerhard Ziegler (WFKO) anschl. Gespräch

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29. April, 20.00 Uhr: Tschernobyl – Horizon
eine musikalische Lesung zum 25. Jahrestag des Tschernobyl-GAUs
evangelisches Forum, Kirche Gartow

Michael Pelke, Harrie Müller-Rothgenger (Lesung), Lars Stoermer (Saxophon, Klarinette)

Tschernobyl – Horizon – Szenisch-musikalische Lesung

Das Saxophon und die Klarinette begleiten, unterbrechen und „singen“ gesprochene Gedichte und Prosa – in einer bunten „Collage mit rotem Faden“ aus Musik und Wort. Dokumentarische, lyrische, alte und moderne Texte von der Bibel, dem Koran, von Goethe über Ingeborg Bachmann bis zu Swetlana Alexijewitschs Reportagen und Zeitungsmeldungen werden gelesen – musikalisch in Szene gesetzt von Lars Stoermer (Saxophon und Klarinette). „Tschernobyl Horizon“ ist eine Produktion des Theaters an der List. Es lesen und sprechen: Michael Pelke und Harrie Müller-Rothgenger (Theater an der List).

Die zwei GAUs in der Atom- und Ölindustrie (26. April 1986: das Kraftwerk „Lenin“, Tschernobyl in der Ukraine; 20. April 2010 – die Ölplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko) stehen für menschliche Wachstumshoffnungen und Industriewahn.

Ist die Natur- und Lebenszerstörung der Preis für genug Strom, Energie und Verkehr auf der Erde? Was antworten Musik und Lyrik? – Ungebremst, oft ohne Vernunft und Seele, wird entwickelt, gebaut. Immer schneller, höher, weiter, größer! Grenzenlos!?

Die Veranstaltung sollte an diese Katastrophen gedenken und vor einer Wiederholung mahnen. Und dann kam der 11. März 2011 – um 14:46 Uhr erlebt Japan das schwerste Erdbeben seiner Geschichte, in der Präfektur Fukushima wird das Atomkraftwerk vollkommen zerstört. Ein nächster Super-GAU kann folgen.

Hinter der Technikgläubigkeit stecken aber auch humane Wünsche, superintelligente Apparate und kluge Wissenschaftler sowie Angst und Zweifel. Kennt die menschliche Hybris kein Halten mehr?

Die künstlerische, musikalische Lesung versucht eine neuartige, verfremdende und komische, berührende sowie melodiöse Auseinandersetzung mit dem Grauen und dem Grün. Eine Musik-Text-Performance, drastisch, lyrisch-behutsam und manchmal auch zum Lachweinen.

Die szenisch-musikalische Lesung beginnt am Freitag, dem 29. März um 20.00 Uhr im Evangelischen Forum Gartow (neben der Kirche). Eintritt: 5,- Euro. Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Tschernobyl 25 – expeditionen“ des Westwendischen Kunstvereins.

(Eine Produktion des Theater an der List/Hannover in Kooperation mit der Stiftung Leben + Umwelt (Heinrich-Boell-Stiftung Niedersachsen)

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27. April, 20.00 Uhr: Audio-Slide-Show “Verstrahlt und Vergessen – Überleben in der Todeszone von Majak
von Timo Vogt und Andrea Rehmsmeier; Vortrag + Gespräch Greenpeace-Atomexperte Mathias Edler
Kulturverein Platenlaase

“Chimkombinat Mayak” im Südural. Ein schlichter Name für eine radioaktiv verseuchte Todeszone. Die Liste der nuklearen Unfälle ist lang. Die folgenreichste Katastrophe ereignete sich 1957, als eine unterirdische Atommüllhalde explodierte und die Region schlimmer verseuchte, als es die Todeszone von Tschernobyl heute ist. Im Jahre 2008 reisten der Prepower Fotograf Timo Vogt und die Journalistin Andrea Rehmsmeier aus Hannover nach Majak in die nach mehreren nuklearen Unfällen radioaktiv verseuchte Zone.

Für das Projekt „Tschernobyl 25 – expeditionen“ des Westwendischen Kunstvereins (siehe Bericht Seite ….) erstellte Vogt eine Audio-Slide-Show, die seine Fotos mit den Tonaufnahmen von Rehmsmeier eindrücklich verbindet. Gezeigt werden die in der “Todeszone” ausharrenden verarmten Menschen, die dort, von der Regierung vergessen, für die Anerkennung von Strahlenkrankheiten und Invalidenrenten kämpfen.

Greenpeace-Atomexperte Mathias Edler hat ebenfalls vor einiger Zeit die Region um Majak besucht und berichtet über die Situation vor Ort.

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25. April – 11.00 Uhr: Ausstellungseröffnung “Menetekel”
Zehntspeicher Gartow

Zur Eröffnung sprechen:

  • Rebecca Harms, Co-Vorsitzende der Grünen/EFA im Europäischen Parlament
  • Wolfgang Ehmke, Sprecher Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg
  • Dr. Jochen Herbst, Vorsitzender des Westwendischen Kunstvereins

Musikalische Begleitung: Ulrich Maiß (Cello + Elektronik)

Im Rahmen der Ausstellung wird erstmals die Audio-Slide-Show “Verstrahlt und Vergessen – Überleben in der Todeszone von Majak” des Fotografen Timo Vogt und der Journalistin Andrea Rehmsmeier vorgeführt, die im vergangenen Jahr nach Majak reisten: Sie zeigen eindrücklich die Diskrepanz zwischen augenscheinlicher Idylle und den tiefgreifenden Folgen der Verseuchung einer ganzen Region.