Chernobyl Expedition: Pripyat

Seit 25 Jahren ist die Stadt Pripyat in unmittelbarer Nähe des Katastrophenreaktors von Chernobyl, von Menschen verlassen. Die Natur nimmt sich allmählich die Stadt zurück. Im Auftrag des Westwendischen Kunstvereins begab sich Gerhard Ziegler, begleitet von Dirk Drazewski, für das Projekt Tschernobyl 25 – expeditionen auf Expedition in die verseuchte 30 km Zone, um dort einen Dokumantarfilm zu drehen. Hier eine Fotostrecke mit Bildern aus Pripyat.

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Fotostrecke zu den Ausstellungen


Tschernobyl 25 – Expeditionen

Ausstellungen – Lesungen – Diskussionsforen – Konzerte – Filme

Das „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Unmögliche“ hat seit dem 26. April 1986, also seit 25 Jahren, einen Namen und einen Ort: Tschernobyl. Impliziert nach anderen Katastrophen der Wiederaufbau die Hoffnung auf Neubeginn, ist in der verstrahlten Zone jegliche Zukunft ausgeschlossen. Die Entwicklung der Kultur einer ganzen Region wurde unwiderruflich gestoppt, das Leben von 350.000 Menschen, 400 Dörfern, Weilern + mehreren Städten entzogen.

Am Ende einer in Europa einzigartig ausgebildeten bäuerlichen Kultur und einer sehr spezifischen multiethnischen Gesellschaft steht auf unvorstellbar lange Zeit die Sperrzone. Entwicklung + Ende der Region sind zugleich ein eindringliches Menetekel enthusiastischer Industrialisierung und unbedingten Fortschrittsglaubens. Diese beiden Dimensionen bilden den Kern der künstlerischen + kulturtheoretischen Reflexionen + Vermittlungen von Tschernobyl 25 – expeditionen.

Der Westwendische Kunstverein widmet sich mit drei Ausstellungen sowie diversen Installationen und Veranstaltungen den kulturellen Folgen des Desasters in Tschernobyl.

 

ETHNOGRAPHISCHE SPURENSUCHE (4. Juni – 09. Juli) Spätestens mit dem GAU in Tschernobyl ist in der “Tschernobylske Polissja”, der verstrahlten und weitgehend verlassenen Region im 30 km-Radius rings um das ehemalige AKW eine Jahrhunderte alte Kultur zu Ende gegangen. Im Mittelpunkt der 2. Ausstellung des WWK “Ethnographische Spurensuche” stehen beispielhaft ausgewählte Exponate aus den Expeditionen des Lviver Ethnographischen Museums. Darüber hinaus sind die Besucher eingeladen, sich anhand umfassender Materialien an der Spurensuche in der Tschornobylske Polissja zu beteiligen.

MENETEKEL (25. April – 28. Mai)

Am Anfang steht die Ausstellung „Menetekel“, die am 25. April (Ostermontag) eröffnet wird: Künstlerische und dokumentarische Fotoarbeiten zeichnen das Bild einer sozialen Bewegung, die bis heute für ihre politischen Ziele kämpft: einerseits gegen die Errichtung eines Nuklearen Entsorgungszentrum bei Gorleben – andererseits mit Blick über den lokalen Tellerrand hinaus für ein Ende der sogenannten friedlichen Atomenergie-Nutzung.

Eröffnung: 25. April 2011, 11.oo Uhr – Zehntspeicher Gartow

Es sprechen: Rebecca Harms (Co-Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN/EFA im europäischen Parlament) – Wolfgang Ehmke (Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg) – Dr. Jochen Herbst (Vorsitzender des Westwendischen Kunstvereins e.V. ); den musikalischen Rahmen gestaltet der Cellist Ulrich Maiß.

 

Das Projekt “Tschernobyl 25 – expeditionen wird in Niedersachsen gefördert von: