Menetekel

Zehntspeicher Gartow – 25. April bis 28. Mai 2011

Vernissage: 25. April 2011 (Ostermontag), 11.00 Uhr

Rüdiger Lubricht: Verstrahlte Räume

Rüdiger Lubricht: Verstrahlte Räume

Zwischen Fotoarbeiten von Martin Klindtworth (Leipzig) und Burkhard Welzel (Berlin), die sich auf künstlerischer Ebene mit dem Wendland auseinandersetzen, und dokumentarischen Fotos von Hieronymus Proske, Günter Zint und Timo Vogt entsteht ein Spannungsfeld, das den Widerspruch zwischen dem normalen Alltag, der Idylle und den Kampf gegen die Atompolitik spiegelt und subtil hinterfragt.

Ausgehend vom ureigensten wendländischen Problem – dem geplanten atomaren Endlager in Gorleben – wird der Blick in die Welt gelenkt, auf die Katastrophe von Tschernobyl und andere Desaster wie zum Beispiel die seit Jahrzehnten verstrahlte Region rings um die kerntechnische Anlage in Majak.

Im Rahmen der Ausstellung wird erstmals die Audio-Slide-Show des Fotografen Timo Vogt und der Journalistin Andrea Rehmsmeier vorgeführt, die im vergangenen Jahr nach Majak reisten: Sie zeigen eindrücklich die Diskrepanz zwischen augenscheinlicher Idylle und den tiefgreifenden Folgen der Verseuchung einer ganzen Region.

Der Fotograf Rüdiger Lubricht (Worpswede) bereiste drei Jahre lang mehrfach die „Zone“. Daraus entstand eine intensive Fotoserie, die verstrahlte Lebensräume in den verlassenen Dörfern um Tschernobyl sowie in den Städten Pripjat und Tschernobyl ebenso zeigt wie die verseuchten Regionen, in die die Alten nach der Evakuierung zurückgekehrt sind.

In der sogenannten „Sperr-“ oder auch „Todeszone“ – 10 km rings um den zerstörten Reaktor – arbeiten heute noch zeitweise insgesamt 3.800 Menschen, die die sogenannte Reaktorsicherheit gewährleisten und den Rückbau organisieren sollen. Auch von diesen „verstrahlten Räumen“ hat Lubricht Fotos mitgebracht ebenso wie fotografisch festgehaltene Eindrücke der medizinischen Situation der betroffenen Menschen der zweiten und dritten Generation. Auch Lubricht hat eine Auswahl seiner Fotos für „Menetekel“ zur Verfügung gestellt.

KuratorInnen: Julia da Franca-Marunde / Ernst von Hopffgarten

Öffnungszeiten: Freitags 16 – 19 Uhr, Samstags und Sonntags 14 – 18 Uhr