Eröffnungsansprache von Jochen Herbst für die Ausstellung “Menetekel”

herzlichen Dank für Ihr so zahlreiches Erscheinen zur Eröffnung der diesjährigen Ausstellungstrilogie des Westwendischen Kunstvereins : Tschernobyl 23 –Expeditionen „ und auch noch Frohe Ostern an Sie alle.

Unsere erste Ausstellung Menetekel hat nicht umsonst den etwas hochgegriffenen Untertitel : Tschernobyl, Majak Gorleben, und Gorleben dann mit einem Fragezeichen versehen.

Das Fragezeichen steht hier nicht nur dafür – die älteren unter Ihnen werden sich noch daran erinnern -, daß es auch einmal Gedanken darüber gab, in Langendorf an die Elbe ein AKW zu erstellen . Es steht auch dafür, daß der Landkreis Lüchow-Dannenberg eine sehr wechselvolle, herausragende, anhaltende und eine in meinen Augen erfolgreiche Geschichte im Bezug auf den Umgang mit der Nukleartechnologie und deren Hinterlassenschaften in Deutschland gespielt hat.

Es sind nicht alle Dinge vom Tisch, aber :

Stellen Sie sich nur mal vor, wir hätten alles, ohne zu murren akzeptiert, was man uns eigentlich hier in das Wendland stellen wollte ?

Geburtspate des Westwendischen Kunstvereins ist vor über 20 Jahren der Widerstand gegen diese Technologie gewesen.

Für diese Ausstellungen habe ich mehrere Recherchereisen in die Ukraine und nach Tschernobyl unternommen. Die dort gewonnenen Eindrücke verknüpft mit den Ereignissen in Fukushima lassen mich noch fester in meiner Überzeugung werden, daß es andere Gründe haben muß als die Befreiung von allen Energiesorgen, warum die Nukleartechnologie diesen verheerenden Einfluß in das Denken so  vieler mächtiger Menschen, die eher an das Jetzt als an das Morgen denken, gewonnen hat.

Viele kennen die populäre Parole : Gorleben ist überall… das klingt überheblich aber wir können auch sagen Tschernobyl, Majak, Harrisburg, Fukushima ist potentiell überall. Und immer haben sich auch Künstler hier eingemischt.

Ich gebe zu , daß die Behandlung dieses Themas für uns als Kunstverein dennoch eine Gratwanderung sein wird, Sie als Zuschauer mögen dann im September diesen Jahres das Resumee ziehen, ob wir diese Gratwanderung : Tschernobyl 25 – expeditionen durch das künstlerische Auge erforscht, dargestellt zu haben, erfolgreich bestanden haben.

Anläßlich einer Ausstellung von Cornelia Hesse-Honegger in der Kunstkammer im Jahre 2008 haben Rebecca Harms, Nikolaus Neumann und ich die Idee entwickelt, daß der WWK trotz der schon erahnten vielen weltweiten Projekte zu diesem traurigen Jahrestag, prädestiniert sein würde, eine solche Ausstellung auf die Beine zu stellen.

Das Projekt hat sich ausgeweitet, vor allen Dingen durch die Kooperationspartner : die Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin, Walter Mossmann und Eva Morat und die Stadt Freiburg im Breisgau .

Aus diesem Grund haben wir auch ein gemeinsames Logo:

Tschernobyl 25 –expeditionen, das alle europaweiten Ausstellungen zieren wird , entwickelt

„ Die Straße der Enthusiasten „vornehmlich konzipert von Eva Morat und Walter Mossmann tourt gerade über Berlin, Kiew, Warschau, Brüssel, dann nach Gartow und schließlich auch nach Freiburg.

Im Anschluß an die Ausstellung „ Menetekel „ präsentiert der WWK die Ausstellung „Ethnographische Spurensuche“, die in Kooperation mit dem Ethnographischen Museum in Lviv/Lemberg gezeigt wird und schließlich „ die Straße der Enthusiasten „ .

Neben diesen Ausstellungen werden wir ein Programm an Nebenveranstaltungen sowohl hier im Speicher als auch im evangelischen Forum von Gartow und dem Landkreis anbieten. Veranstaltungen, in denen wir der Kunst und der Wissenschaften das Wort erteilen wollen.

Es wird sich lohnen, die Seiten des Internets vom WWK, dem Wendlandnet und der Seite Chernobyl25.org, eingerichtet von der Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin für dieses Projekt, zu beobachten.

Bitte verzeihen Sie mir , wenn ich in meiner Dankesrede nicht alle, diejenigen erwähne, die uns bei diesem Projekt zur Seite gestanden haben.

Ich danke den Kuratoren des Projektes : Julia Da Franca und Ernst von Hopffgarten.

Ich danke den Künstlern, die diese Ausstellung mit ihren Werken erst möglich gemacht haben und auch heute anwesend sind:

Cornelia Konrads und Marco Dessardo, die die Außen- und Inneninstallation „ Zone „ erstellt haben. Schauen sie auch einmal bei einbrechender Dunkelheit am Speicher vorbei.

Ich danke :

Martin Klintworth,
Rüdiger Lubricht
Hieronymus Proske
Andrea Rehmsmeier
Iha von der Schulenburg
Timo Vogt
Burkhard Welzel
Gerhard Ziegler
und
Günther Zint

für Ihre Arbeiten

 

Ich danke Uli Maiß für seine Musik

Ich danke den Mitgliedern des WWK, die sich für diese Ausstellung eingebracht haben.

Ich danke insbesondere Angelika Blank und Lidiya Hutnik, ohne ihren Fleiß und Sachverstand wäre es kaum zu schaffen gewesen.

Natürlich danke ich auch allen Spendern und Sponsoren, die auf unserer Suche nach den notwendigen Mitteln von dem Projekt angetan und begeistert gewesen sind. Dem Land Niedersachesen, dem Lüneburgischen Landschaftsverband, den Grünen in Brüssel, der Sparkassenstiftung Lüchow-Dannenberg, der Heinrich Böll-Stiftung, Berlin, der Hanns-Lilje Stiftung, dem Landkreis Lüchow-Dannenberg, dem BUND, der Firma Völkel und den Musiktagen in Hitzacker.

Last but not least danke ich natürlich der Familie von Bernstorff  als Eigentümer des Speichers, daß sie unser Projekt gut heißen.

 

Dir,  liebe Rebecca, danke ich auch für die Fäden im Vorder- und Hintergrund.

Ich freue mich, nun Rebecca Harms das Wort erteilen zu können

und danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

 

 

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